Philosophie des Trainings Teil IV von IV

Inhaltsverzeichnis

Die Sache der Belohnung

Im IV und letzten Teil werden wir auf weitere Erkenntnisse eingehen, welche ich durch mein Training gesammelt habe. Wie bereits in Teil II der Artikel Serie erwähnt, ist es wichtig, das eigene WARUM im Leben zu finden. WARUM möchtest du Sport treiben? 

Um stärker zu werden? 

Um Stress abzubauen?

Um an einem Marathon teilzunehmen?

Um dich einfach gut zu fühlen?

Um stärker als andere zu sein?!

Jeder muss sein eigenes und individuelles, „WARUM“ im Leben finden! Eiferst du nur jemandem nach oder trittst in einen Konkurrenzkampf, dann verfolgst du schlussendlich die Ziele der anderen Person, hältst diese allerdings für deine eigenen.

Angenommen du bist dir bewusst, wieso du Sport treibst, dann setzt du dir ein für dich attraktives Ziel, eines was für dich von Bedeutung ist. Leider ist es so, dass die Erreichung des Ziels, also die Belohnung, erst in der Zukunft auf sich warten lässt. Du musst erst in Vorlage treten und zahlreiche Workouts absolvieren, bis du das Ziel erreichst. 

Hier entsteht die Gefahr, dass wir frühzeitig mit dem Vorhaben aufhören, da das Gefühl des „Steckenbleibens“ auf dem Weg wartet. Die bereits im Artikel III erwähnten Plateauphasen sind einer der Hauptgründe, warum viele mit dem Verfolgen eines Ziels brechen.

Müssen wir zu lange auf die von uns gewünschten Resultate warten, wirken kurzweilige Aktivitäten viel interessanter. Hierdurch lässt sich auch erklären, wieso TV, Netflix, Fastfood und generelle Alltagssüchte so attraktiv auf uns wirken. Sie verschaffen schnelle Belohnung mit sehr geringem Aufwand. 

Ein gesetztes Ziel zu erreichen, bedeutet immer zuerst eine gewisse Form des Schmerzes in Kauf zu nehmen, da die Komfortzone hierfür verlassen werden muss. Es benötigt an Energie und täglicher Motivation, damit du dich immer wieder auf das von dir gesetzte Ziel fokussierst. Verlierst du dein Ziel aus dem Blick, dann läufst du Gefahr, deine Vorhaben zu früh abzubrechen. Denn meistens wartet direkt nach einer Plateauphase ein Fortschritt, der uns dazu motiviert, dranzubleiben.

Ziele befinden sich immer in der Zukunft. Sie lösen die Gefühle in uns aus, welche wir uns im Leben wünschen. Was wiederum bedeutet, dass wir diesen emotionalen Zustand im Augenblick nicht verspüren.

Wünscht du dir beispielsweise mehr Geld, dann beschließt du Summe X zu sparen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass du das Geld im Augenblick noch nicht zur Verfügung hast, ansonsten würdest du nicht die Summe X im Leben sparen wollen.

Möchtest du dein Geld vermehren, setzt dies immer ein Verzichten voraus, damit in der Zukunft das gewünschte Ziel erreicht werden kann.   

Möchtest du mehr Kraft aufbauen, dann musst du an Tagen, an denen dein Workout ansteht, immer wieder auf scheinbar angenehmere Dinge verzichten, welche du in diesem Moment lieber als das Workout machen möchtest. Somit wirkt ein Ziel, welches sich in der Zukunft befindet, weniger attraktiv als die kurzfristigen und unmittelbaren Belohnungen, welche im Alltag auf dich lauern. 

Durch ein absolviertes Workout erhältst du nicht die Belohnung, welche du dir für die Zukunft gesetzt hast. Es sind dutzende Workouts, die dich zu deinem Ziel führen werden. Jedes Workout, ist ein entscheidender Baustein, ein entscheidender Schritt in die Richtung deines angestrebten und gesetzten Ziels.

Finde dein WARUM

Setze dir dein ZIEL

Entscheide jeden Tag aufs Neue, den entscheidenden (kleinen) Schritt in Richtung des Ziels zu unternehmen.

Verzichte auf die Dinge, die dich vom Ziel abbringen!

Frage dich in Situationen, in welchen du keine Motivation hast, was es dir bringt, wenn du HEUTE kein Workout machst und stattdessen Fast Food in die rein schaufelst.

Natürlich ist es selbstklärend, dass wir nicht jeden Tag perfekte Entscheidungen treffen (können). Dies ist rein psychologisch NICHT machbar, da wir vor allem durch falsch getroffene Entscheidungen erst dazu fähig sind, das nächste Mal die richtigen bzw. förderlicheren Entscheidungen treffen zu können.

Verliere also nie dein „Warum“ -> dein Ziel aus den Augen. Fällst du auf dem Weg zum Ziel hin, dann steh auf, lerne daraus und MACH WEITER!

Niederlagen sind Fortschritt

Auf dem Weg zum Ziel entsteht im Kopf ein genaues Bild, von dem erwünschten Zustand. Wir malen uns mit Farben aus, wie sich das Leben anfühlt, sobald das Ziel erreicht wird. Wir haben dabei das Gefühl, dass wir jeden Tag in der gleichen Geschwindigkeit vorankommen werden, genau so wie wir uns dies vorstellen. Dies ist  ein Trugschluss. Es wird immer einzelne Tage oder sogar Wochen geben, an denen wir glauben nicht voranzukommen oder sogar das Gefühl haben Rückschritte zu machen.

Durch das verinnerlichte «perfekte» Bild des Ziels, neigen einige dazu auf dem Weg aufzugeben, sobald eine Niederlage droht. Aber es sind gerade diese Momente der Niederlagen, die dazu führen, dass du weiterkommst. Im Sport und im Leben!

Es gibt keine Niederlagen!

Erfolge sind Resultate, welche durch deine getroffenen Entscheidungen entstanden. Deine Art und Weise zu entscheiden, ist das Resultat aufgrund deiner GEMACHTEN Erfahrungen in deiner Vergangenheit, während deine gemachten Erfahrungen das Resultat deiner Niederlagen und deinem Scheitern sind!

Nach meiner Erfahrung liegt der entscheidende Schritt darin, dass wir aus den gesammelten Erfahrungen lernen, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht um es das nächste Mal anders zu machen!

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Ich habe mir damals im Leben 100-Mal ein bestimmtes Ziel gesetzt und bin immer wieder an der Erreichung dieses Ziels «gescheitert». Was habe ich also getan?! Ich habe es immer wieder auf die gleiche Art und Weise versucht und habe mich danach gewundert, wieso ich es einfach nicht erreiche. 

Lag es an mir? 

Ich verfiel in Selbstzweifel und jedes Mal, sobald ich einen neuen Anlauf für die Erreichung des Ziels aufbringen wollte, fehlte mir mehr und mehr Energie und Motivation, da ich langsam, aber sicher die Hoffnung aufgegeben hatte! 

Was ich getan habe war, dass ich mit mir in Konkurrenz getreten bin. Ich habe von mir verlangt, dass ich dieses Ziel um jeden Preis erreichen muss. Immer wieder auf die gleiche Art und Weise. Ich zeigte keine Eigenschaften eines  dynamischesn Mindset, welches mich darin unterstützt hätte, andere und NEUE Möglichkeiten zu finden und gleichzeitig durch diese Erkenntnisse zu reifen.

Wahnsinn ist, wenn wir immer wieder die gleichen Dinge tun, aber andere Ergebnisse erwarten.

Die Kleinen Dinge

Häufig setzen wir uns Ziele zu hoch. Es ist wichtig sich Ziele gross und attraktiv auszusuchen, damit wir genügend Motivation verspüren diese auch zu erreichen!

Angenommen du setzt die das Ziel 1 KG in einem Jahr abzunehmen, dann wirkt dies nicht motivierend. Möchtest du hingegen 10 KG abnehmen, dann hast du eine Challenge, welche du mit Motivation verfolgen wirst.

 

Setzt du dir die Ziele zu hoch und nicht realistisch, dann verlierst du schnell an Motivation, da du nach wenigen Wochen bemerken wirst, dass du kein Fortschritte machst, um das Ziel zum festgesetzten Zeitpunkt erreichen zu können.

Lerne daraus und passe dein Ziel entsprechend an.

Das Wichtigste ist aber, dass du ANFÄNGST – Komm ins TUN und raus aus dem KOPF!

Persönlich neige ich eher dazu, mir meine Ziele viel zu hoch zu setzen. Dies musste ich immer wieder auf schmerzliche Art und Weise lernen. Mittlerweile bin ich aber an dem Punkt, an denen ich mir ein Ziel setze und es bewusst ein paar Nuancen runterschraube, damit es auch erreicht werden kann.

Hier empfehle ich immer den «Mittleren Weg», Wobei es nichts schadet, wenn du dein Ziel aus der Mitte etwas mehr anhebst, damit es eine Herausforderung und somit eine Motivation für dich darstellt. 

Wenn ich das schaffe, dann schaffe ich X auch

Situationen, die im Alltag fordernd sind, meistere ich mittlerweile besser und effektiver, da ich mich immer wieder daran erinnere, dass ich im Training auch Fortschritte gemacht habe. Wachstum entsteht durch Widerstand. Wie du dir denken kannst, gilt dies nicht nur für Sport, sondern generell im Leben. Wir wachsen durch Widerstände.

Befindest du dich also in einer Situation, die dir Energie raubt, dann Entscheide bewusst, was du als nächstes TUN wirst

Wir verfügen zu jeder Zeit über unterschiedliche Optionen.

  • Bewusst den Widerstand in Kauf nehmen und daran wachsen, indem du den Mut aufbringst eine Entscheidung zu treffen, mit der Option daran scheitern zu können.
  • Scheiterst du – daraus zu lernen
  • Solltest du in der Situation zum wiederholten Male nicht weiterkommen, die Art und Weise deines Handelns & Denkens verändern, um neue Wege auszuprobieren
  • Solltest du überhaupt nicht weiterkommen – die Situation verlassen und einen neuen Weg einschlagen!

Wachstum findet durch Widerstand statt, durch die Energie, die du aufbringst

Schwäche & Perfektion

Es ist normal und in Ordnung sich an manchen Tagen schwach zu fühlen.

Es ist in Ordnung nicht immer 100% zu geben!

Wichtig ist, dass du in diesen Momenten dranbleibst und einfach weiter machst. Lass dich in Momenten, an denen du das Gefühl hast, nur noch Rückschritte zu machen, nicht aus der Ruhe bringen. Bleib dran. Wenn nötig, mach eine Pause und nimm die Tätigkeit danach wieder auf!

In dem beschriebenen Workout von Goeff Neupert im Artikel I, sind nach jeder «Trainings-Kette» an Übungen die Pausen angesetzt. Ich muss immer wieder dazwischen pausieren da mir an manchen Tagen einfach die Kraft oder Ausdauer fehlt. Nach der kleinen Pause mache ich weiter! Wichtig ist es nicht aufzugeben und dranzubleiben.

Auch wenn du mehrere Pausen benötigst, bedeutet dies immer noch, dass du vorankommst!

Es gibt im Leben keine Perfektion. Der Zustand der Perfektion wird durch die Mehrheit bestimmt, indem diese kollektiv beschliessen, was als Perfekt angesehen wird.

Hat ein Sportler ein «perfekt» geformtes Sixpack, dann wird es vermutlich auf der Welt einen anderen geben, der ein «perfekteres» Sixpack hat.

Ich habe gelernt, dass es viel wichtiger ist herauszufinden, was sich für mich «perfekt» anfühlt und meine Erwartungshaltung etwas darunter anzusetzen!

Im Workout habe ich immer wieder bemerkt, wie ich um jeden Preis die vorgegebenen Wiederholungen am Stück schaffen wollte. Ich setzte mich selbst unter Druck. Eines Tages stiess ich auf das Zitat von Jeff Calaliere.

«Counting Repetitions is not your goal. Making all of your repetitions count is the goal”

Es ist nicht von Bedeutung, dass du alles, was du dir vornimmst, genauso erreichst, wie du dies erwartest, sondern dass du die einzelnen Schritte so durchführst, dass diese für dich zählen!

Es ist wichtiger die einzelnen Übungen sauber durchzuführen, statt dich nur dadurch zu definieren, wie viel Wiederholungen du schaffts!

Vor allem eins, sei selbst dir treu – Training durchziehen, für dich!

Du musst niemandem etwas beweisen! Mach dein Training für dich! Finde die Dinge im Leben, die DIR Freude und Spass bereiten. Was hast du davon, wenn du etwas im Leben erreichen möchtest, nur damit andere dich bewundern?!

Du machst dich zum Sklaven der Erwartungshaltung, welche andere an dich haben, damit du dieser gerecht wirst, um die Aufmerksamkeit zu erhalten, welche du dir von anderen erhoffst.

Lass es! Konzentriere dich darauf, was DU möchtest, und ziehe es (in kleinen aber regelmässigen Schritten) durch!

Vereinfache dein Training/ Leben

Das Leben wird trotz des technischen Fortschritts immer komplexer! So wie das Programm von Goeff Neupert mir beweisen hat, dass Training nicht kompliziert sein muss, so habe ich mir auch Gedanken darüber gemacht, was ich in meinem Alltag vereinfachen kann.

Reflektiere deinen Tagesablauf und überlege, ob du nicht auch einzelne Lebensbereiche weniger kompliziert gestalten kannst.

Manche verbringen den halben Tag damit, genaue Pläne zu erstellen, wie sie Ziel X erreichen, während die Resultate in eine ganz andere Richtung gehen.

Unternimm kleine Schritte und komm dafür ins TUN. Anpassen kannst du deine Ziele und Vorhaben immer auf dem Weg!

Nach meiner Erfahrung liegt der entscheidende Schritt darin, ins Handeln zu kommen.

Fortschritt braucht Zeit!

Setzen wir uns ein neues Ziel im Leben, dann benötigt die Erreichung Zeit, Hingabe und Geduld. Durch unsere Gewohnheiten und neuronalen Verdrahtungen führen wir meistens gleiche oder ähnliche Schritte im Alltag aus. Um diese zu verändern, müssen diese Gewohnheiten unterbrochen werden, was Zeit und ein gewissen Grad an Anstrengungen mit sich bringt. 

Führen wir eine Tätigkeit immer wieder auf die gleiche Art und Weise aus, dann wird sich auch unser Gehirn, die Art des Denkens und somit die Art des Handelns verändern.  

Über dieses Thema werde ich noch genauer in weiteren Artikeln eingehen. Gewohnheiten sind mächtig. Überleg dir kurz welche Gewohnheit du in deinem Leben verändern willst und denke zurück in deine Vergangenheit, wie lange du diese Gewohnheit bereits im Leben ausführst. Je länger eine Gewohnheit im Leben Bestand hat, desto schwerer wird es, diese zu verändern.

Gewohnheiten können niemals «gelöscht» werden. Sie müssen, solltest du diese verändern wollen, durch neue und alternative Gewohnheiten, langsam überschrieben werden!

Hierzu gibt es ein Mittel, indem du deine neue Gewohnheit, welche du in deinem Leben implementieren möchtest, statt der alten Gewohnheit:

Wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…wiederholst…

Nach einer gewissen Zeitspanne der Wiederholung, wirst du diese neue Gewohnheit automatisch ausführen.

Stell dir einen Flugplatz vor, auf dem täglich 100 Flugzeige starten und landen. Nun wird dieser Flugplatz geschlossen (du führst die alte Gewohnheit nicht mehr aus). Wie würde der Flugplatz nach wenigen Monaten oder Jahren aussehen? Verwachsen und zugewuchert.

Nun landet das Flugzeug auf einer Stecke, die voller Sträucher und Bäume ist (mal ganz abgesehen von der Gefahr dieses Vorhabens…) …wie würde die Strecke aussehen, wenn jeden Tag ein Flugzeug landet? Irgendwann würde sich das Rollfeld von allein bilden, da dieses immer wieder durch die landenden Flugzeuge weiter ausgebildet wird.

So entwickeln sich die neuronalen Bahnen im Gehirn!

Und auch hier gilt, wie so oft:

Verbeugen

Vielleicht klingt das jetzt etwas merkwürdig, aber ich habe es mir zu Angewohnheit gemacht, mich nach einem absolvierten Workout vor mir selbst im Spiegel leicht zu verbeugen oder mir zumindest zu zunicken.

Ich zeige mir hierdurch Selbstrespekt, dass ich WIEDER ein Training ausgeführt habe! Nur wenn wir uns selbst respektieren, werden wir von anderen respektiert werden.

Respektierst du dich nicht selbst, dann wirst du zum Spielball! Durch diese kleine Geste erhöhe ich mein Selbstwertgefühl und bin erneut stolz auf meine erbrachte Leistung!

Ich hoffe, dass du in dieser IV Teiler Serie ein paar Erkenntnisse für dich mitnehmen konntest. Hinterlasse gerne ein Kommentar oder nutze das Kontaktformular der Website.

Ich freue mich immer über Feedback.

Mich würde auch freuen, wenn du regelmässig auf Mutzumsein.com vorbei schaust. Es werden noch weitere Artikel rund um die Themen Mindset und Selbstwertgefühl erscheinen.

Aktuell arbeite ich an einen Videokurs, welcher voraussichtlich ab Herbst 2024 erscheinen wird. In diesem werde ich dir mein gesamtes Wissen, welches du zum Verändern von Gewohnheiten benötigst, näher bringen.

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